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4. September 2026Pressemitteilung des Landesintegrationsrat NRW vom 09.09.2026
Die Mahnungen des Rufers in der Wüste verhallen im Sturm der sozio-ökonomischen Verwerfungen unserer Schülerinnen und Schüler, resümiert Tayfun Keltek; der Politik fehlt offensichtlich die Strategie die Bildungstrendwende in Deutschland zu schaffen. Die PISA-Studie 2026 enthält zwei klare Ergebnisse: die Leistungen sind im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung nochmals schlechter geworden und der Lernerfolg hängt entscheidend von den finanziellen Möglichkeiten des Elternhauses ab. Damit sind nicht die Schülerinnen und Schüler das Problem, sondern das Bildungssystem.
Wenig tröstlich ist vor dem Hintergrund dieser eindeutigen Erkenntnisse, dass die oft gehegte Mähr von der Leistungsschwäche der Schülerschaft mit internationaler Familiengeschichte schlichtweg falsch ist.
Tayfun Keltek stellt fest, dass Deutschland auch im Bildungsbereich ein Prioritäts- und Umsetzungsdefizit hat: zu wenig, zu unentschlossen, und zu kraftlos. Er vermisst insbesondere ein wirkliches Bekenntnis zum Bildungsstandort Deutschland und eine entsprechende Schwerpunktbildung im Kanon der Investitionen der öffentlichen Hand; wobei damit nicht aktionistische Kehrtwendungen gemeint sind, sondern eine kontinuierliche Bildungsoffensive, die von Chancengerechtigkeit und Potenzialförderung geprägt ist.
Elementarer Bestandteil einer jeden Bildungsstrategie, insbesondere in Nordrhein-Westfalen, hat die Anerkennung und Förderung des Potenzials der natürlichen und vorhandenen Mehrsprachigkeit – um damit die kognitiven als auch die emotionalen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zu unterstützen und zu verbessern – zu sein. Die heutige Schülerschaft ist nicht homogen, sondern bietet gerade durch ihre Vielfältigkeit für Deutschland besondere Chancen. Die Implementierung natürlicher Mehrsprachigkeit in das Schulsystem ist von entscheidender Bedeutung für den Bildungserfolg. Insbesondere die pädagogische und didaktische Förderung der Familiensprachen von Schülerinnen und Schülern stellt eine zentrale Maßnahme dar, die in den Bildungswissenschaften im Kontext von Migrationsgesellschaften als grundlegend für den schulischen Erfolg hervorgehoben wird. Entscheidend ist, die Familiensprache mit den klassischen Fremdsprachen gleich zu setzen.
Tayfun Keltek erinnert hier an die Vorschläge des Landesintegrationsrates NRW zum Antrag der Regierungsfraktionen im Düsseldorfer Landtag „Mehrsprachigkeit an Schulen stärken“:
- Schülerinnen und Schüler mit Vorkenntnissen in anderen Sprachen profitieren hiervon bei Denk- und Lernprozessen,
- die Einbeziehung von Mehrsprachigkeit im Unterricht fördert die Lernprozesse aller Schülerinnen und Schülern, auch der einsprachigen, insbesondere ihre Lese- und Schreibfähigkeiten sowie ihr Sprachgefühl- und bewusstsein.
Am Ende des Tages ist Bildung ein Marathonlauf und die PISA-Studie kein Mittel, im Wettbewerb der Nationen hervorzustehen, vielmehr bietet sie die Möglichkeit, clevere Ansätze in anderen Schulsystemen zu erkennen und für unser Land zu adaptieren. Schließlich geht es nicht um internationale Meriten, sondern um den Schulerfolg aller Schülerinnen und Schüler, unterstreicht Tayfun Keltek.den weiteren Umsetzungsprozess kritisch und konstruktiv zu begleiten, und bietet der Landesregierung sowie den Fraktionen seine fachliche Expertise und sein landesweites Netzwerk ausdrücklich als Partner für die praktische Umsetzung an.