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9. September 2026Für politische Teilhabe, Chancengerechtigkeit und eine vielfältige Gesellschaft – Jubiläumsveranstaltung im Landtag Nordrhein-Westfalen würdigt Engagement von Menschen mit internationaler Familiengeschichte
Pressemitteilung des Landesintegrationsrat NRW vom 06.11.2026
Am 4. November feierte der Landesintegrationsrat NRW mit ca. 250 Gästen sein 30-jähriges Bestehen im Plenarsaal des Landtags Nordrhein-Westfalen. Die Veranstaltung würdigte drei Jahrzehnte politischer Interessenvertretung der Menschen mit internationaler Familiengeschichte und das Engagement der Ehrenamtlichen, die sich in den Kommunen und auf Landesebene für Chancengerechtigkeit, Potenzialentfaltung, Integration und gegen Rassismus einsetzen.
Die Jubiläumsfeier wurde von Rainer Schmeltzer MdL, Vizepräsident des Landtags Nordrhein-Westfalen, eröffnet. In seinem Grußwort dankte er dem Vorsitzenden des Landesintegrationsrates NRW Tayfun Keltek für sein langjähriges Wirken und betonte die Bedeutung des Landesverbandes und seiner kommunalen Mitgliedgremien, den Ausschüsse für Chancengerechtigkeit und Integration, als wichtige Orte demokratischer Mitgestaltung.
Anschließend hob Herr Keltek den Einsatz unzähliger Ehrenamtlicher hervor, der den Erfolg des Landesintegrationsrates und seiner Mitgliedgremien erst möglich gemacht habe. Er verdeutlichte, dass die Menschen mit internationaler Familiengeschichte ihre Perspektiven selbst in politische Entscheidungen einbringen müssen, und rückte ihre Potenziale und Fähigkeiten in den Mittelpunkt: Mehrsprachigkeit, kultursensible Kompetenzen und politische, berufliche sowie wirtschaftliche Beteiligung seien wichtige Ressourcen für Nordrhein-Westfalen.
Auch Verena Schäffer MdL, Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes NRW, würdigte das jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement in den kommunalen Gremien. Sie erinnerte an die Beiträge der Menschen mit internationaler Familiengeschichte zur Entwicklung Nordrhein-Westfalens und betonte, wie wichtig es sei, ihre Erfahrungen und Fähigkeiten für die Zukunft des Landes einzubeziehen. Auch die Bildungs- und Lebenswege jüngerer Generationen zeigten, wie Menschen die Gesellschaft mitgestalten und Verantwortung übernehmen.
Ein eindringliches Plädoyer für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hielt Bundespräsident a.D. Christian Wulff in seiner Festrede. Er forderte einen radikalen Perspektivwechsel: Zuwanderung war schon immer ein unverzichtbarer Treiber für Entwicklung und Wohlstand. Sie reflexhaft zu problematisieren, verkennt die Realität und spaltet das Land. Dass Deutschland bei internationalen Fachkräften dramatisch an Attraktivität verliere, müsse ein Weckruf sein.
Mit Blick auf das Erstarken der AfD forderte Wulff von den demokratischen Kräften, nicht länger vor populistischen Scheindebatten einzuknicken, sondern endlich selbstbewusst die Realität anzuerkennen: Gefragt sei eine „glasklare Haltung zur Vielfalt, zu Europa, zur Freiheit und einer gemeinsamen positiven Zukunft“. Deutschland sei längst eine pluralistische, bunte Republik – und dürfe stolz darauf sein, was hier tagtäglich gemeinsam geleistet werde.
Dem Landesintegrationsrat NRW sprach Wulff größte Hochachtung für drei Jahrzehnte unnachgiebige Arbeit aus. Er dankte für das konsequente Einfordern gleicher Rechte und das mutige Aufzeigen von Missständen und Rassismus. Angesichts der aktuellen Polarisierung schloss Wulff mit einem unmissverständlichen Auftrag an den Landesintegrationsrat: „Es wird mehr denn je auf Ihre Arbeit in der Zukunft ankommen.“
Den Schluss der Veranstaltung bildete die Ehrung langjährig Engagierter in den Ausschüssen für Chancengerechtigkeit und Integration (vormals Integrationsräte) für ihren unermüdlichen Einsatz vor Ort und auf Landesebene. Geehrt wurden Safi Özbay aus Aachen, Emir-Ali Sağ aus Bielefeld, Juan López Casanava aus Bocholt, Gürsel Doğan aus Duisburg, Ismail Erkul aus Hamm, Ioanna Zacharaki aus Solingen, Kazım Karakök aus Baesweiler, Nora Hamidi aus Eschweiler, Antonella Giurano aus Köln, Margareta Jachmann aus Minden und Muhammet Balaban aus Essen.
Für die musikalische Untermalung der Festveranstaltung sorgten das Musiker-Duo Ozan Koç und Kazım Kamer Kalaycı sowie die dreizehnjährige Feyza Gürbüz, die zwei Stücke mit Gesang begleitete. Durch den Abend führte die WDR-Moderatorin Evren Zahirović.
Bildergalerie der Veranstaltung













